Sonntag, 14. Oktober 2007

Balkanteller mit Cevapcici vom Rind* und Lammhacksteak, Tzaziki (4,11) 2,60 €

…schlägt mir mein wöchentlicher, immer noch per eMail kommender „Aachener-Mensa-Speiseplan-Newsletter“ vor.

Trotz dieses arg verführerischen Angebots werde ich mich wohl morgen wieder für eine kleine Auswahl unterschiedlichster Salate und Gemüse, garniert mit einer Kollektion von wunderbaren Churrasco in einem „comida a kilo“- Restaurant entscheiden…

Wie aus dem Eingang dieser Zeilen zu lesen ist, bin ich der hiesigen Küche also auch nach weiteren drei – und damit nun bisher 6 Wochen, noch nicht überdrüssig geworden…seien es nun die festen (Fleisch, Gemüse, Fleisch, Obst, Fleisch), oder die flüssigen (Caipirinha, Kokoswasser, Caipirinha, Bier, Caipirinha) Grundnahrungsmittel :) .

Die kulinarischen Köstlichkeiten sind jedoch nur ein Teil, der im Moment dafür sorgt, dass mir die Zeit hier wie im Flug vergeht. Meine Arbeit wird von Woche zu Woche interessanter, abwechslungsreicher und auch „selbstständiger“, ich lerne von Rio immer mehr kennen…und die Wochenenden…sind bisweilen anstrengend :) - übrigens auch ein Grund, weswegen ich nach anfänglichem, regelmäßigen Tagebucheinträgen hier in der letzten Zeit ein wenig geschludert habe…das, was Rio bietet, ist kaum zwischen ein paar Zeilen hier zu quetschen…deswegen vielleicht nur eine kleine Auswahl:

Wie auf den Bildern in meinem Fotoalbum unschwer zu erkennen, bin ich am letzten Wochenende auf dem Corcovado gewesen und habe mir die Christusstatue, die man als normal-zivilisierter Mitteleuropäer eigentlich nur von Postkarten oder Reiseführern kennt, mal aus nächster Nähe angeschaut. Das Ganze war schon reichlich beeindruckend – zum einen, diese unglaublich große Statue, die einem aus der Ferne betrachtet, nicht sonderlich gewaltig vorkommt, und dann dieser Blick über die 6 Mio-Stadt Rio de Janeiro. Die Bilder können leider nicht annähernd das zum Ausdruck bringen, was man empfindet, wenn man das erste Mal von dort oben herab auf Rio, seine Stadtteile, Wälder, Küsten und Strände schaut. Unglaublich.

Ebenso unglaublich ist auch, wie wir auf den Berg nach oben und auch hinterher sicher wieder heruntergekommen sind…man muss dazu wissen, dass der Sprit hier in Brasilien zwar deutlich günstiger als bei uns in Deutschland ist, aber in Relation zum Durchschnittsgehalt des Brasilianers gesetzt, sehr teuer ist. Also wird hier viel mit Gas, Alkohol, oder auch einer Mischung von Benzin und Alkohol gefahren…was der Leistungsausbeute eines Motors nicht eben zuträglich ist. Und unser Taxi war ein leidlich gut erhaltener Opel Corsa mit einem 1,0 l Motor.
Dafür war der Taxifahrer umso freundlicher, hat uns für einen Pauschalbetrag von 90 reais vom Hotel aus bis auf den Corcovado gefahren, hat uns dort eine Stunde Zeit gelassen, uns anschließend wieder abgeholt und uns noch bis zum Rio Sul (Büroturm & Einkaufszentrum) gefahren...der Geruch der Bremsen bei der Bergabfahrt ist mir allerdings bis heute noch gut im Gedächtnis geblieben – immerhin braucht man den Motor ja ausschließlich zur Fortbewegung ;).

Das Wochenende zuvor haben wir eine kleine Tour durch den „Centro“-Stadtteil unternommen. Touristisch sicher nicht so bekannt, wie Corcovado oder Zuckerhut (der hier übrigens Zuckerbrot - „Pao de Acucar“ - heisst), aber auch sehr sehenswert – besonders die kleinen Sträßchen im anschließenden Stadtteil „Lapa“, in denen am Wochenende die Stimmung und der Samba in alter Tradition hochkocht.

In Lapa liegt auch das „Rioscenarium“, in dem wir gestern abend gewesen sind. Antiquitätensammelsurium Kneipe, Restaurant, Theater, Livemusik, Club, ein was auch immer – so etwas habe ich bisher noch nicht gesehen. Muß man sich selbst versuchen ein Bild zu machen. http://www.rioscenarium.com.br/ Beeindruckend.
Bei all diesen Sehenswürdigkeiten und kulturellen „Highlights“ darf man natürlich nicht die ein oder andere Stunde am Strand von Ipanema vergessen, die man immer mal wieder dazwischen schieben kann…

…allerdings habe ich langsam das Gefühl, dass wenn in Deutschland die Kinder zum 18. Geburtstag einen Führerschein geschenkt bekommen, bekommen in den besseren Gegenden hier die Jungs ein Jahresabo für Fitnessstudio und Testosteronbehandlung und die Mädels zwei Körbchengrößen mehr… ;) - soviel "Kunst" am Menschen und insbesondere an der Damenwelt habe ich bisher noch nirgends sonst gesehen...

Nächstes Wochenende wird´s dafür dann etwas weniger „brasilianisch“ zugehen…um 7.00 Uhr am Samstag geht’s mit dem Bus los Richtung Interlagos/Sao Paulo zum letzten Rennen & Titelentscheidung der Formel 1…mit Sicherheit auch wieder einen Tagbucheintrag wert.

PS: Mittlerweile habe ich zwei weiter Umzüge hinter mir - zwar "nur" innerhalb der Appartementanlage - aber es hat sich gelohnt. Mein Appartment ist jetzt zweistöckig aufgeteilt und ich muß beim morgendlichen Aufwachen den Kopf maximal drehen, jedoch noch nicht einmal heben, um einen Blick auf den Strand zu genießen...

PPS: Auch die Brasilianer stellen die Uhr hin und her - seit diesem Wochenende sind´s noch 4 Stunden Zeitunterschied zwischen Rio und Deutschland :).

Sonntag, 23. September 2007

Aller guten Dinge...

„... sind Drei“ – sagt man ja in vielen Fällen, egal ob’s gerade zutrifft, oder vollkommen unpassend ist.
Für mich sind es bereits die zweiten „Drei“ – drei Wochen Brasilien, drei Wochen Rio de Janeiro.
Die ersten „Drei“ – Tage – habe ich nun schon etwas länger hinter mir und die nächsten „Drei“, in Form von Monaten, werden noch ein bißchen auf sich warten lassen. Wirklich viel komplett Neues gibt es eigentlich nicht zu berichten. Ich wohne immer noch im „Pontal Beach Resort“ in Recreio, brauche auch beim augenblicklichen Schreiben dieser Zeilen mir hier selbst keine Musik einzuschalten, da das wieder andere für mich erledigen und dies vermutlich auch noch ein bißchen länger heute Abend tun werden. Aber die Gehörschutzstöpsel liegen ja bereit.

Dieses Wochenende habe ich dann auch zum ersten Mal am eigenen Leibe Bekanntschaft mit der recht wechselhaften Arbeitsmoral der „Inländer“ gemacht. Ohne hier lang ausschweifen zu wollen sei nur soviel gesagt: Ich bin froh, dass ich während meines Studiums schon den ein oder anderen Kontakt mit AutoCAD hatte, aber dafür nach diesem Wochenende leicht rammdösig bin, weil ich vor lauter Koordinaten, Achsen, Punkten, Kreisen und Pfählen das Gefühl habe, durch eine Lochmaske zu schielen.

Nichts desto trotz habe ich mir am heutigen Mittag/Nachmittag eine kurze Pause gegönnt, um die Appartement - eigene Vergnügungslandschaft mal näher in Augenschein zu nehmen und zu nutzen (Bilder siehe Link auf der rechten Seite). Nach Ansicht der Fotos muß man wohl sagen, dass die Anlage schon ordentlich ist – sie steht nur ein bißchen an der falschen Stelle…

Eine kleine Sache noch zu „nach der Arbeit“: Als wir (ja, NOCH sind wir zwei ThyssenKrupp-Mitarbeiter hier in der Bude, ab nächster Woche planmässig nur noch einer) am Freitag aus dem Bus ausstiegen, hatten wir nach kurzem Blick auf unser Hotel und die anscheinend aus allen Öffnungen tretenden nahezu undurchsichtigen, aber auch merkwürdigerweise relativ geruchslosen Qualmwolken die kurze Befürchtung, die ganze Hütte würde in Flammen stehen – was sich dann, Gott sei Dank, als eine mir neue Variation der Mückenvertreibung herausstellte.

Trotz allem, werde ich in der kommenden Woche mal verstärkt ergründen, welche Wohnmöglichkeiten es hier oder wieder Richtung Copacabana / Ipanema noch gibt, denn auf Dauer ist die Rumgurkerei mit dem Taxi für jeden noch so kleinen Grund reichlich lästig... ...obwohl das gestern Abend mit den abgedunkelten Fensterscheiben gar nicht mal so ungünstig war nach meinem ersten Friseurbesuch hier…

Ansonsten – ich lebe noch, mir geht’s den Umständen entsprechend gut, mein Portugiesisch ist immernoch quasi nicht vorhanden (ich hoffe, es gibt bald wieder einen Anfänger-Kurs), das Essen und insbesondere das Fleisch ist immer noch ein Gedicht, die Caipis schmecken nach wie vor exzellent, und ich habe es bis heute geschafft, keinen Sonnenbrand abzubekommen…nur so richtiges Leben ist "hier draussen" in Recreio leider kaum möglich...abgesehen davon ist "zu Hause" garnicht mal so schlecht...

PS: Ob der „Inländer“ gerne Currywurst isst, ob ich mittlerweile aufgehört habe, meine Ohren zu reinigen oder alternativ einen Bauchladen eröffnet habe, über den ich geräuschdämmende und pflasterschonende Auflagen für brasilianische Schläppchen an mehr oder auch weniger zarten Füssen verhökere, wie die Brasilianerinnen mit ihren Haustieren Eishockey spielen…oder ob der Brasilianer sich jetzt bereits in Deutschland bei Aldi & Co. mit Adventskalendern, Spekulatius, Dominosteinen und Schokoweihnachtsmännern eindeckt, um diese unbemerkt ins Land zu schmuggeln und den einheimischen Supermärkten das Weihnachtsgeschäft zu versauen......das alles gibt es in der nächsten Episode von:

„Warning. Before getting in, make sure, the lift is in this floor.“

Samstag, 15. September 2007

Anstalt ?

Heute ist Samstag, der 15.09.07 ca. irgendetwas zwischen 18.30 und 19.30 Uhr – und ich mag es selbst kaum glauben – ich sitze in meinem Apartment – und das in Rio de Janeiro und um diese Uhrzeit…dazu muß ich allerdings sagen, dass ich am heutigen Tage „umgezogen“ worden bin vom Mercure-Hotel an der Copacabana hin in das „Pontal Beach Resort“ einer Apartment-Anlage im Stadtteil „Recreio“.
Da in den kommenden Wochen das ThyssenKrupp-Büro im „Rio-Sul“ zu allergrößten Teilen aufgelöst wird, ist man also bemüht, alle Angestellten etc. etwas näher in Richtung der Baustelle, auf der nun auch das Verwaltungsgebäude nahezu bezugsfertig ist, wohnhaft zu bekommen…und da sind natürlich zu aller erst die Leute an der Reihe, die ausschließlich auf der „site“ zu tun haben – so wie ich.
Also, heute Morgen noch einmal ein gemütliches Frühstück in meinem bisherigen Hotel, schnell die Koffer gepackt und ab ins Taxi, ca. 45 Minuten Fahrt gen Süd-Osten. Vom Prinzip her eine wirklich schöne Strecke, wenn die Entfernung zu Copacabana / Ipanema etc. nicht so reichlich groß wäre…
Hier angekommen gab es erst einmal kleinere Schwierigkeiten mit doppelt belegten, bzw. gebuchten Zimmern – aber das ist mittlerweile geklärt…worin auch mein derzeitiges Dilemma liegt: Die an sich sehr schön gelegene Anlage hat zwei Seiten – eine zum Meer, die andere zur Hauptstrasse…und an der liegt dazu noch ein durchaus abenteuerlich aussehender Musik/Live-Schuppen, vor dem sich bereits den ganzen Tag ein Haufen von Leuten versammelt hat…und da ich das alles so schön detailliert beschreiben kann, muß ich wohl nicht mehr extra erwähnen, dass mein Apartment genau auf dieser Seite liegt. Dazu kommt noch angenehmerweise, dass die Fenster hier zwar aus Glas bestehen und transparent sind – aber damit hört die Gemeinsamkeit mit dem, was ich von zu hause gewöhnt bin auch schon auf, insbesondere, was etwaige schalldämmende Wirkung angehen könnte... Noch angenehmer wird´s dadurch, dass über dem kleinen Küchenfenster ein Dauerbelüftungsschlitz angebracht ist, der sich dankenswerterweise auch nicht im Ansatz verschließen lässt. Also – man könnte sagen, ich fühle ich jetzt gerade rundum wohl ;). Ich bin nur froh, dass ich ein paar von meinen Gehörschutzpfropfen von meiner letzten Baustelle in Deutschland mitgenommen habe – ich denke, die könnten gleich sehr hilfreich sein.

Aber an dieser Stelle erstmal genug der Nörgelei, die letzte Woche hat auch einiges an positiven Dingen zu Tage gebracht:

Ich finde mich auf der Baustelle – und insbesondere natürlich in „meinem“ Bereich immer besser zurecht, was auch praktisch zur Folge hat, dass die Arbeit auch immer mehr Spaß macht. Zu den bisherigen Eingewöhnungsphasen kommen jetzt auch die ersten Aufgaben, die erledigt werden wollen bzw. werden müssen. Gut die Hälfte meines Tages besteht jedoch derzeit darin, draußen auf der Baustelle wirklich vor Ort zu sein, um den Arbeiten beizuwohnen, denn die Nicht-Anwesenheit eines Vertreters des Auftraggebers wirkt sich im Allgemeinen nicht positiv auf die ohnehin schon nicht überufernde Arbeitsmotivation der Brasilianer aus.

Ansonsten kann ich sagen, dass ich die zweite Woche generell gut überstanden habe, ein paar neue Bekanntschaften im Hotel mit Arbeits- und/oder Thyssen-Mitarbeiten geschlossen habe, und mich eigentlich halbwegs im unmittelbaren Hotelbereich an der Copacabana zu Recht gefunden habe, was Einkaufsmöglichkeiten, Abendessen, Bank etc. angeht. Na ja – eben nun auf ein Neues in Recreio.

Alles was Sightseeing etc. angeht, werde ich wohl irgendwann an den kommenden Wochenenden beginnend in Angriff nehmen; Möglichkeiten dazu gibt´s ja bekanntermaßen reichlich!

Was gibt es sonst noch?

Das Übliche vielleicht:
Das Wetter ist seit zwei Wochen für deutsche Verhältnisse ein Traum – angenehme Temperaturen um die 30° am Mittag und Nachmittag, bisher kein Tag Regen (ich bin schon gespannt, wie dann die Baustelle aussieht, wenn´s denn wirklich mal in die Regenzeit geht ;) ), und – da Rio ja direkt am Meer liegt – ein immer angenehm wehender Wind, der allerdings in Kombination mit dem Sand auf der Baustelle regelmäßig dafür sorgt, dass die Ohren hier am liebsten mindestens zweimal am Tag gründlichst gereinigt werden wollen.

Das Essen – und insbesondere die Art der Brasilianer Fleisch zu schneiden und zuzubereiten – kann ich nur wirklich jedem weiterempfehlen; natürlich gibt es auch hier deutliche Unterschiede in verschiedenen Restaurants (die sich dann aber meist auch preislich auswirken), schlecht gegessen habe ich jedoch bisher noch nicht ein einziges Mal.

Auf der Link-Seite rechts habe ich mittlerweile ein paar Fotos eingestellt – ein paar Aussichten von meiner bisherigen morgendlichen Busfahrt z.T. längs der Copacabana zur Arbeit. Wie die Fahrt ab Montag mit einer anderen „Linha“ aussehen wird, bleibt abzuwarten. Bezüglich der Busfahrt ist es auch sehr interessant zu sehen, wie genau es die Brasilianer und auch die brasilianischen Ordnungshüter mit der Verkehrssicherheit nehmen: Auf meiner letzten Rückfahrt von Santa Cruz (Baustelle) zurück ins Hotel konnte ich ein interessantes Bild (siehe Album) aufnehmen: Ein „kleiner“ Brand auf dem Mittelstreifen der 3-spurigen Hauptverbindungsstraße…ohne, dass sich jemand darum gekümmert hätte, die Straße, oder zumindest eine Spur davon gesperrt worden wäre oder ähnliches…ist ja aber auch nicht ganz unpraktisch – so kann man sich wenigstens das regelmäßige Mähen der Grünstreifen ersparen…

So – das soll es für heute mal wieder gewesen sein – in der Hoffnung, gleich unter Zuhilfenahme der bereits angesprochenen Ohrpfropfen wenigstens halbwegs schlafen zu können…andernfalls hoffe ich, dass ich hier nicht förmlich durch die Wände gehe – die halten nämlich wirklich nichts ab und ich befürchte, ebenso wenig aus.

In diesem Sinne…bis bald!

Freitag, 7. September 2007

Woche 1




Nachdem meine erste Woche hier in Rio sich nun langsam aber sicher dem Ende nähert, ist es mal wieder Zeit für einen kleinen Blog-Eintrag – nur weiß ich kaum, wo ich überhaupt anfangen soll, bei den ganzen Eindrücken der ersten Woche.

Nach meiner Ankunft hier in Rio habe ich den ersten Tag nach Ausschlafen und Frühstück eigentlich ausschließlich im Hotel verbracht.
Am Montag, den 03. Sept. ging´s dann auch schon raus zur Baustelle; Abfahrt 06:45 Uhr mit dem ThyssenKrupp-Shuttle Bus direkt vor dem Hotel.
Die Fahrt dauert im Allgemeinen – und diesen Zustand gibt´s selten - morgens ca. 1 ½ Stunden bis zur Baustelle, die ca. 65 km vom Hotel entfernt ist, abends kommt dann noch mal ne halbe Stunde oben drauf…

Dort angekommen, wurde ich nach einer kleinen Rundfahrt über das zukünftige Werksgelände und jetzige Baustelle eingeteilt ins Team „Blast Furnace“.
Zur Erklärung vielleicht kurz folgendes:
Das gesamte zu errichtende Stahlwerk besteht aus mehreren einzelnen Bereichen, wie z.B. Hafen, Lagerflächen, Kraftwerk, Sinteranlage, Hochöfen, Stahlwerk, Kokerei etc. Für jeden diese Bereiche ist ein Team zuständig, das die Koordination des Baus und der daran beteiligten Unternehmen übernimmt – und da bin ich nun im „blast furnace“ – team, also dem Hochofen-Team gelandet.
Dort bin ich sowohl von den Brasilianern und dem einzigen Deutschen, dem Teamleiter, sehr freundlich aufgenommen worden. Die ersten Tage durfte ich dann mir ein paar der unzähligen Zeichnungen zu Gemüte führen und mit Carlos, meinem „Rockzipfel“ der ersten Stunde, ein wenig über die Baustelle fahren & gehen.
Da nun nicht nur das gesamte Werk mit seiner Ausdehnung von ca. 8km in der Länge reichlich groß und dementsprechend zu Anfang auch reichlich unübersichtlich ist, habe ich 4 Tage dafür gebraucht, mich nur ein klein wenig in meinem „Blast-Furnace“-Bereich zurecht zu finden und mir zu merken, wo welcher Anlagenteil errichtet werden soll. Dazu muß gesagt sein, dass zum Hochofenbereich neben den Hochöfen noch weitere 12 (wenn ich mich nicht verzählt habe) Anlagenteile, wie z.B. die Winderhitzer („hot stoves“), Möllerung, bzw. Silohaus („stockhouse“), Gießhalle („casthouse“)…usw. gehören, die auch alle gebaut werden sollen…nachdem hunderte von Kilometern Fertigbetonrammpfähle in den Boden getrieben worden sind, auf denen die einzelnen „Plant-Units“ dann gegründet werden.
Nachdem ich also so gerade eben einen kleinen Überblick hatte, kam Carlos am Ende des vierten Tages dann zu mir, um mir zu sagen, dass ich ab kommenden Montag meine zwei eigenen Projekte innerhalb dieses Bereiches übernehmen werde: Die Wasseraufbereitung („water-treatment“) und das „Emergency-Water-System“. Gut – ich bin nicht zum Urlaub-machen hier nach Rio gekommen, aber das es so schnell gehen würde…gut – dann wird´s ab Montag eben ernst. Ich freue mich allerdings auch sehr auf diese Aufgabe – und ich denke (heute zumindest noch ;) ), dass es auch grundsätzlich dabei bleiben wird.

Fotos von der Baustelle kann ich leider persönlich noch keine liefern, da es auf dem Werksgelände ein Fotografierverbot gibt..schade eigentlich…so muß ich mich eben mit den offiziellen Bildern der Projekt-Webseite begnügen.

Ansonsten geht´s mir soweit gut, ich bin gut untergebracht (Foto folgt noch), nur die ewigliche Fahrerei mit dem Bus könnte auf Dauer etwas nerven – aber da werde ich mich auch noch dran gewöhnen…
Heut bin ich das erste Mal ein wenig in Rio unterwegs gewesen, habe mein erstes Kokoswasser am Strand getrunken und habe viele Eindrücke gesammelt. Morgen werde ich mal sehen, dass ich einen Supermarkt in der direkten Umgebung finde, denn die Minibar im Hotelzimmer wird mir auf Dauer zu teuer ;).

Also – auch wenn ich aufgrund meiner Natur-gegebenen Faulheit noch nicht weiß, wann ich den nächsten Beitrag hier verfassen werde – schaut einfach mal wieder rein…bei der Gelegenheit vielen Dank für die einzelnen Kommentare...freue mich immer drüber!

Viele Grüße aus Rio de Janeiro!

Samstag, 1. September 2007

Oi!



Nachdem der Koffer ausgepackt, das zwischenzeitlich gefrorene Deo wieder aufgetaut ist und gleichzeitig ein wenig von seinem Duft an meine Klamotten abgegeben hat, ich meine erste Dusche hinter mir habe, kann ich wohl sagen:

Rio de Janeiro: Ich bin eingetroffen!

Meinen Flug, bzw. meine Flüge habe ich - nach bisherigem Kenntnisstand - gut überstanden, auch wenn man mich heute morgen in Düsseldorf mangels Visum in Kombination mit zu spät datiertem Rückflug nach Deutschland nicht ausreisen lassen wollte, und ich dann noch erkennen mußte, daß die "großzügig bemessenen" (so dachte ich) 1:55h Umsteige-Zwischenstopp in Madrid reichlich knapp sein können,wenn zum Einen der erste Flug eine Verspätung von ca. 50 Minuten hat, und zum Anderen das Abflug-Gate am anderen Ende des Flughafens liegt, welches nur mit Bahn und vielen "Fahrwegen" zu erreichen ist und man sich dort mit ca. 1.500 anderen Mitmenschen, die nichts besseres zu tun haben, als in aller Herren Länder reisen zu wollen, mit durch die Passkontrolle drängeln muß ;).
Dafür hatte ich in Madrid aber auch bereits meinen persönlichen "First Contact" (siehe Bild). ;)

Bei dieser Gelegenheit möchte mich ganz herzlich bedanken bei meinem "Last Contact" in Düsseldorf! Ich hab´ mich riesig über das "Abschiedskomitee" gefreut - auch wenn ich's so richtig erst im Flieger realisiert habe...Danke, danke!

Obwohl es gerade einmal 21:xx Uhr Ortszeit in Rio ist, werde ich mich jetzt zügig in die Falle begeben - schließlich liegen jetzt seit Mülheim/Ruhr bereits mehr als 20 Stunden hinter mir...Boa noite!

Dienstag, 28. August 2007

Vorbereitungen

Der erste Eintrag in meinem "virtuellen Tagebuch" ist gleichzeitig erst einmal ein Test.

Samstag, 01. Sept. 07, 7:50 Uhr geht´s los!

So langsam aber sicher muß ich mich mit dem Gedanken auseinandersetzen, am kommenden Samstag in den Flieger zu steigen...und irgendwie habe ich noch nicht viel zusammen...bis auf den Koffer, der jetzt zum Probebepacken in meinem Schlafzimmer steht (45 Kröten pro Kilo Übergepäck sind nicht von schlechten Eltern...)