Freitag, 7. September 2007

Woche 1




Nachdem meine erste Woche hier in Rio sich nun langsam aber sicher dem Ende nähert, ist es mal wieder Zeit für einen kleinen Blog-Eintrag – nur weiß ich kaum, wo ich überhaupt anfangen soll, bei den ganzen Eindrücken der ersten Woche.

Nach meiner Ankunft hier in Rio habe ich den ersten Tag nach Ausschlafen und Frühstück eigentlich ausschließlich im Hotel verbracht.
Am Montag, den 03. Sept. ging´s dann auch schon raus zur Baustelle; Abfahrt 06:45 Uhr mit dem ThyssenKrupp-Shuttle Bus direkt vor dem Hotel.
Die Fahrt dauert im Allgemeinen – und diesen Zustand gibt´s selten - morgens ca. 1 ½ Stunden bis zur Baustelle, die ca. 65 km vom Hotel entfernt ist, abends kommt dann noch mal ne halbe Stunde oben drauf…

Dort angekommen, wurde ich nach einer kleinen Rundfahrt über das zukünftige Werksgelände und jetzige Baustelle eingeteilt ins Team „Blast Furnace“.
Zur Erklärung vielleicht kurz folgendes:
Das gesamte zu errichtende Stahlwerk besteht aus mehreren einzelnen Bereichen, wie z.B. Hafen, Lagerflächen, Kraftwerk, Sinteranlage, Hochöfen, Stahlwerk, Kokerei etc. Für jeden diese Bereiche ist ein Team zuständig, das die Koordination des Baus und der daran beteiligten Unternehmen übernimmt – und da bin ich nun im „blast furnace“ – team, also dem Hochofen-Team gelandet.
Dort bin ich sowohl von den Brasilianern und dem einzigen Deutschen, dem Teamleiter, sehr freundlich aufgenommen worden. Die ersten Tage durfte ich dann mir ein paar der unzähligen Zeichnungen zu Gemüte führen und mit Carlos, meinem „Rockzipfel“ der ersten Stunde, ein wenig über die Baustelle fahren & gehen.
Da nun nicht nur das gesamte Werk mit seiner Ausdehnung von ca. 8km in der Länge reichlich groß und dementsprechend zu Anfang auch reichlich unübersichtlich ist, habe ich 4 Tage dafür gebraucht, mich nur ein klein wenig in meinem „Blast-Furnace“-Bereich zurecht zu finden und mir zu merken, wo welcher Anlagenteil errichtet werden soll. Dazu muß gesagt sein, dass zum Hochofenbereich neben den Hochöfen noch weitere 12 (wenn ich mich nicht verzählt habe) Anlagenteile, wie z.B. die Winderhitzer („hot stoves“), Möllerung, bzw. Silohaus („stockhouse“), Gießhalle („casthouse“)…usw. gehören, die auch alle gebaut werden sollen…nachdem hunderte von Kilometern Fertigbetonrammpfähle in den Boden getrieben worden sind, auf denen die einzelnen „Plant-Units“ dann gegründet werden.
Nachdem ich also so gerade eben einen kleinen Überblick hatte, kam Carlos am Ende des vierten Tages dann zu mir, um mir zu sagen, dass ich ab kommenden Montag meine zwei eigenen Projekte innerhalb dieses Bereiches übernehmen werde: Die Wasseraufbereitung („water-treatment“) und das „Emergency-Water-System“. Gut – ich bin nicht zum Urlaub-machen hier nach Rio gekommen, aber das es so schnell gehen würde…gut – dann wird´s ab Montag eben ernst. Ich freue mich allerdings auch sehr auf diese Aufgabe – und ich denke (heute zumindest noch ;) ), dass es auch grundsätzlich dabei bleiben wird.

Fotos von der Baustelle kann ich leider persönlich noch keine liefern, da es auf dem Werksgelände ein Fotografierverbot gibt..schade eigentlich…so muß ich mich eben mit den offiziellen Bildern der Projekt-Webseite begnügen.

Ansonsten geht´s mir soweit gut, ich bin gut untergebracht (Foto folgt noch), nur die ewigliche Fahrerei mit dem Bus könnte auf Dauer etwas nerven – aber da werde ich mich auch noch dran gewöhnen…
Heut bin ich das erste Mal ein wenig in Rio unterwegs gewesen, habe mein erstes Kokoswasser am Strand getrunken und habe viele Eindrücke gesammelt. Morgen werde ich mal sehen, dass ich einen Supermarkt in der direkten Umgebung finde, denn die Minibar im Hotelzimmer wird mir auf Dauer zu teuer ;).

Also – auch wenn ich aufgrund meiner Natur-gegebenen Faulheit noch nicht weiß, wann ich den nächsten Beitrag hier verfassen werde – schaut einfach mal wieder rein…bei der Gelegenheit vielen Dank für die einzelnen Kommentare...freue mich immer drüber!

Viele Grüße aus Rio de Janeiro!

4 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Hallo Thomas,

die erste Bummelwoche hast Du ja jetzt schon hinter dir und ab morgen geht es dann "endlich" an die Schüppe ;-)

Du machst das schon...und einen neuen Rockzipfel zu finden - der nicht männlich ist ;-) - sollte an der Copa Cabana nicht allzu schwer sein!!!

Gruß aus dem hohen, kühlen Norden

Marc

Anonym hat gesagt…

Ja Thomas nicht schlecht.
Ich dachte schon nach Deiner langen Schreibpause hätte man Dich als Bewehrung für die Fundamente benutzt. Das macht man z.B. in Italien öfters.
Aber jetzt zum Praktischen, wann hast Du denn Deinen Sprachkurs? Oder willst Du die Chicas am Strand auf englisch angraben?
Wenn Du schon keine spannenden *gähn* Fotos von der Baustelle schicken kannst, dann stelle doch welche vom Strand rein. Am Besten aussagekräftige ;)
Und noch eine Weisheit auf den Weg: Du bist da nicht in Duisburg, also nicht nur arbeiten, lass abends die Sau raus!!! Wir wollen vor Allem Berichte über das Nachtleben lesen und nicht wie so ein Stahlwerk aufgebaut ist. davon gibt es im Pott genug zu gucken :))

Lieben Gruß

Adam

P.S. Für die nächste Woche nimmst Du Dir vor ein paar Clubs abzuchecken!

Anonym hat gesagt…

Adam war mal wieder direkt wie immer ;-). Ansonsten, lass mal hören wie die Mädels da so sind, damit ich weiß ob es sich lohnt dich mal zu besuchen.

Der Henk aus dem kalten, regnerischen Bremen

Anonym hat gesagt…

Salut Thomas!

Muss mich dem ein-oder anderen Kommentar anschliessen! Was ist mit dem wahren Leben? Gib uns Information über das, was uns alle wirklich brennend interessiert:

Hält der Brasilianer Haustiere?
Was kostet dort ein Pfund Butter.
Gibt es dort Currywurst.
Wie heisst die höchste Eishockeyliga dort?
Ist da etwa Weibsvolk unter Euch??

Viele Grüße nam´ Brasselianer

Jo- Chen